Energie: Mehr Realität anstelle Träumerei!

Andri SilberschmidtBlog

Wenn man jung ist, darf man noch Träume haben. Man soll sogar Visionen haben dürfen, die sich nicht gleich verwirklichen lassen. Mit solchen Worten wurde einem stets Mut gemacht, wenn man etwas in Angriff genommen hat, das wohl zum Scheitern verurteilt worden war. Mit dem Energiegesetz lebt es sich ähnlich: Man träumt, hofft, und hat Visionen – und schreibt alles in ein Gesetz nieder, das so für die Zukunft nichts taugt.

Vor allem für Träumer und Visionäre lohnt es sich, ihre Pläne einem Realitätscheck zu unterziehen. Denn nur mit ein wenig mehr Sonne und Wind lässt sich nicht ein Drittel der Schweizer Energieproduktion ersetzen. Das Energiegesetz baut auf dem technologischen Stand von heute auf und orientiert sich an diesem über die nächsten 30 Jahre bis ins Jahr 2050. Eine solche Planwirtschaft verhindert Chancen für uns Junge und hinterlässt uns wohlmöglich massive Mehrkosten, Verbote und Regulierungen.

Nein zu teuren Subventionen

Wir sind uns wohl alle einig, dass die Schweizer Kernkraftwerke ein Ablaufdatum haben und ein Neubau eines solches ohne grossen technologischen Fortschritt nicht realisierbar ist. Dennoch, oder gerade deswegen, braucht es eine Strategie, die nicht einfach bestehende Stromerzeuger wie Sonne und Wind massiv subventioniert, sondern anpassungsfähig ist und dem Markt Platz lässt.

Subventionen haben ihren Preis, und diesen werden viele Mieter in der Schweiz schnell zu spüren bekommen. In Deutschland, wo die Politik die energiepolitische Wende vollzogen hat, steigen die Kosten für Strom jährlich an. Der breite Mittelstand beklagt sich, dass immer mehr vom Haushaltsgeld für Nebenkosten verwendet werden muss. Das sind Kosten, die gerade wir Jungen zu spüren bekommen, die in einer Mietwohnung leben. Diese Subventionsstrategie ist somit völlig kostenintransparent und bringt keine echte Wertschöpfung. Innovation entsteht durch Forschung und Entwicklung, nicht durch Vorschriften und Subventionen.

Ja zu mehr Markt

Mehr Markt in der Energielandschaft würde auch die Zukunftsaussichten von uns Jungen verbessern. Es würde in die Technologien investiert werden, welche in Zukunft am nachhaltigsten und günstigsten Energie produzieren würden. Wirtschaftliche Grundsätze wären dann die Grundlage für unsere energetische Zukunft, und nicht politische Träumerei. Das heutige Energiegesetz schenkt der technologischen Entwicklung kein Vertrauen. Es würde zu einer Importstrategie verkommen, wenn im Winter das Wetter schlecht ist. Ist das sinnvoll?

Was uns Jungen noch mehr Sorgen bereiten sollte, ist, dass der Staat uns vorschreiben will, für was wir wie viel Energie zu gebrauchen haben. Selbstverständlich können auch wir bewusst Energie brauchen, und zwar ohne Zwang. Es ist aber ein Armutszeugnis für die liberale Schweiz, wenn die Politik den Bürgern vorschreibt, wie viel Energie sie verbrauchen dürfen.

In Zukunft heisst es wohl: Zurück in die 60er Jahre! Das neue Gesetz gibt dem Bund über 80 neue Aufgaben, die letztendlich den Konsumenten einschränken können. Wohin dies führen kann, haben wir in der Vergangenheit genug oft mitverfolgen dürfen. Was werden wohl die ersten Vorschriften sein, um unseren Konsum einzuschränken? Das Bundesamt wird leider auch hier seiner Kreativität freien Lauf lassen. Es ist der falsche Weg, wenn die Generation, welche in Freiheit und Verantwortung aufwachsen und leben durfte, meiner Generation nun vorschreibt, wie wir unser Leben zu gestalten haben.

Nein zu mehr Kosten und Verboten

Ein Energiegesetz, welches weder eine Lösung zur Reduktion des Gebrauchs von fossilen Energien, noch Versorgungssicherheit mit sich bringt, aber mehr Kosten und Verbote für alle verursacht, kann getrost abgelehnt werden. Auch meine Generation soll die Möglichkeit haben, dank einer günstigen und sicheren Energieversorgung Wohlstand zu erarbeiten. Das heute vorliegende Energiegesetz verspielt uns eine sichere Grundlage, weshalb es auch von grossen Teilen der Wirtschaft abgelehnt wird.

Ein Nein gibt uns allen die Chance, ohne Zeitdruck und mit Einbezug der Wissenschaft ein neues Gesetz zu erarbeiten, das sich auf ökonomische Grundsätze stützt und so mehr Chancen als Kosten bietet.