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Mindestlohn von CHF 5’000?! Wennschon, dennschon!

Im kommenden Mai stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung ab, ob neu flächendeckend einen Mindestlohn von CHF 4’000 eingeführt werden soll. Die Volksinitiative, lanciert durch den Schweizer Gewerkschaftsbund, greift die letzten Überreste einer liberalen Arbeitsmarktordnung an. In meinem Beitrag versuche ich einige Aspekte zu beleuchten, um Sie für ein Nein zur Mindestlohn-Initiative zu gewinnen.

Fehlanreize

Ein gesetzlicher Mindestlohn gleicht einem Arbeitsverbot für diejenigen, welche ihre Dienstleistung zu einem tieferen Preis als gesetzlich definiert wurde anbieten wollen. Heute bestimmt der Arbeitnehmer zusammen mit dem Arbeitgeber den Lohn, welcher für die Ausbildung, die Leistung und die Erfahrung des Arbeitnehmers angemessen scheint. Oft spielen auch Gesamtarbeitsverträge eine wichtige Rolle, die je nach Branche anders ausgestaltet sind. Unter der Berücksichtigung der OR-Regeln werden somit Arbeitsverträge freiwillig und möglichst frei abgeschlossen. Neu soll dies nicht mehr der Fall sein. Problematisch wird die Initiative dann, wenn es darum geht, wie viel jemand verdienen soll, der keine Lehre gemacht hat? Ist die Leistung von diesem 16 jährigem Junge gleich viel Wert wie die Leistung des ausgelernten Coiffeurs? Oder wird der 16 jährige Junge aufgrund des Mindestlohns gar keine Arbeit mehr finden, da wie erwähnt seine Arbeit gar nicht so viel Wert hat, wie der Arbeitgeber zu bezahlen hätte? Die Initiative setzt bei jungen Leuten kurzfristig falsche Anreize (keine Ausbildung, früher mit Arbeit beginnen), welche langfristige Folgen haben können.

Willkür

Wieso soll der Mindestlohn genau CHF 4’000 sein? Wieso nicht CHF 5’000? Ich meine, wenn der Mindestlohn ein wundervolles Mittel wäre, dass es allen besser ginge, wieso geizen dann die Gewerkschaften mit CHF 4’000? Diese Fragestellung zeigt die Willkür der Initiative, wie man sie in der Planwirtschaft noch oft auffindet. Der Gesetzgeber hat nicht die Chance zu bestimmen, was ein fairer Lohn ist, da er zu weit weg von den einzelnen Arbeitnehmern ist. Arbeitsverträge und die Bestimmung der Entlohnung sollen individuell gestaltet werden und Rücksicht auf Bedingungen beider Parteien nehmen.

regionale Unterschiede

Wenn jemand in der Stadt Zürich wohnt und arbeitet sowie eine Familie zu ernähren hat, sind CHF 4’000 pro Monat sehr knapp, um über die Runden zu kommen. Im Tessin reicht ein solcher Lohn jedoch vollkommen aus, um ein anständiges Leben zu führen. Auch aus diesem Grund sprechen sich sogar Gewerkschafter aus dem Tessin gegen die Volksinitiative von ihrem Verband aus (siehe Artikel vom Tagesanzeiger).

ökonomische Realität

Ich bin mir bewusst, dass eine Lohnerhöhung von CHF 3’800 auf CHF 4’000 ein grosses Unternehmen nicht viel kostet. Kleinere ziehen in einem stark umkämpften Markt schneller den Kürzeren. Zudem geht es nicht nur um die Erhöhung von CHF 3’800 auf CHF 4’000. Bei einem Mindestlohn wird sich das ganze Lohngefüge nach oben verschieben müssen: Allen Mitarbeitern wird automatisch eine Lohnerhöhung gegönnt werden müssen, da sonst die Lohndifferenzen innerhalb der Funktionen in einem Unternehmen zu tief werden und die extrinsische Motivation sinkt. Die Verschiebung der Lohnskala hat zur Auswirkung, dass entweder die Preise der Produkte und Dienstleistungen zunehmen, oder auf wenig produktive Arbeiten verzichtet werden muss, weil der Input (Lohn) bei gleichbleibendem Output (Produkt) steigt.

«Würdiges Leben mit 100 % Job»

Ich bin der Meinung, dass jemand mit einem 100 % Job vom Einkommen leben müssen könnte. Nach Aussagen der Gewerkschaften gibt es in der Schweiz einige «Working poors», die eben nicht von ihrem Einkommen leben. Hauptursache für dieses Phänomen, so die Gewerkschaften, ist eine zu niedrige Entlohnung. Dieser Meinung muss ich widersprechen: Die Lebenskosten nehmen Jahr für Jahr zu. Lebensmittelkosten steigen (mitunter dank der Gelddruckmaschine der SNB) und Steuern und Abgaben nehmen Jahr für Jahr zu. Anstelle dass die Linken hier ansetzen (Abschaffung der Billag Gebühren sowie der KEV Subventionen, Reduktion der MwSt und Einkommenssteuer, …), belasten sie die Bürger mit ihrer freudigen Ausgaben- und Verbotspolitik Jahr für Jahr mehr.

Bildquelle: http://rosscalloway.com/2014/02/05/obamacare-so-much-for-building-the-middle-class/


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