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Die Grenzen des freiwilligen Engagements

«Ex-Jungfreisinniger auf der Flucht – Schulden, Müll und eine Strafanzeige» titelt der Blick.

Es ist ein unschönes Kapital für eine Jungpartei. Trotzdem oder genau deswegen liegt es mir am Herzen, einiges klarzustellen.

Zur Geschichte: Bastian K. war Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen Stadt Zürich. Nachdem Stimmen aufgekommen sind, was Bastians private Tätigkeiten angeht, gingen die Verantwortlichen der Jungfreisinnigen diesen nach. Kurz darauf wurde Bastian aus der Partei ausgeschlossen. Die Jungfreisinnigen verurteilen die Tätigkeiten von Bastian K. aufs Schärfste, wollen jedoch betonen, dass zu keiner Zeit das Vorstandsamt für illegale Tätigkeiten missbraucht wurde. Die im Artikel hergestellte Verbindung zwischen den Jungfreisinnigen und den privaten Tätigkeiten entbehrt jeder Grundlage und ist falsch.

Eine Randnotiz: Der Blick Artikel bauscht leider eine Story auf, ohne grundsätzliche Fragen zu stellen: Inwiefern kann ein solcher Fall verhindert werden, wie kann man solche kriminelle Energie vorbeugen?

In der Schweiz engagieren sich tausende von Bürger freiwillig in Dorfvereinen, in Parteien und in Organisationen. Dieses Engagement basiert meistens auf Vertrauen, worauf so vieles im Leben basiert. Wenn das Vertrauen gebrochen wird, braucht es Massnahmen. Diese haben wir ergriffen. Wie kann man in Zukunft solche Fälle vorbeugen? Bei jeder Vorstandswahl wird das soziale Umfeld, die persönliche Integrität sowie das bisherige Engagement beurteilt. Nach gutem Wissen und Gewissen werden danach – wie in den meisten Vereinen – die Vorstandsmitglieder gewählt.

Es wäre falsch, wenn man zukünftig für alle (Vorstands-)Mitglieder eine Sippenhaftung als Verein übernehmen muss. Wäre es richtig, vor jeder Vorstandswahl die Bewerber aufzufordern, ihren Betreibungs- und Strafregisterauszug offenzulegen? Sollen die Mitglieder sogar über die finanziellen Mitteln Auskunft erhalten?

Als Arbeitgeber kann und darf man ein solches Vorgehen fordern. Als Verein, der auf freiwillige Helfer angewiesen ist, wäre es überrissen. Ich plädiere weiterhin dafür, dass die Basis unserer Tätigkeit Vertrauen und nicht Misstrauen sein soll. Ansonsten wäre es enorm schwierig, Bürger für freiwilliges Engagement zu gewinnen. Nichtsdestotrotz haben auch wir von der Geschichte gelernt und werden alles daran setzen, dass dies nicht mehr vorkommt. Ausschliessen kann man, so ist es im Leben, nichts. Wir bedauern die Vorkommnisse, aber kriminelle Energie kann leider überall vorkommen.


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