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Rücktritt als Parteipräsident

Liebe Jungfreisinnige, lieber Jungfreisinniger

Als ich vor acht Jahren das Beitrittsformular auf unserer Website ausgefüllt habe, musste ich zwei Mal nachhaken, ob ich nun Parteimitglied werden darf oder nicht. Heute haben wir ein professionell aufgestelltes Generalsekretariat, das sicherstellt, dass keine Anmeldung vergessen geht.

Dieses Beispiel zeigt: In den letzten acht Jahren hat sich so einiges bei den Jungfreisinnigen getan. War ich zu Beginn als Bezirks- und Kantonalpräsident vor allem mit zürcherischen Angelegenheiten befasst, durfte ich in den letzten knapp vier Jahren das schönste Milizamt der Schweiz als Euer Parteipräsident ausüben.

Nicht nur an den letzten 10 Parteikongressen haben wir um das beste Argument gestritten. Unzählige Vorstandssitzungen, Arbeits- und Whatsapp-Gruppen, Delegiertenversammlungen und bilaterale Gespräche haben die Jungfreisinnigen zu der Institution geformt, welche sie heute ist.

Alleine in den letzten knapp vier Jahren haben über 1500 junge Menschen entschieden, Mitglied der Jungfreisinnigen zu werden. (Und mussten dabei hoffentlich nicht nachfragen, wie es um ihr Aufnahmegesuch steht.)

Während ich diese Zeilen schreibe, gehen mir so viele Erinnerungen und Emotionen durch den Kopf bzw. das Herz, die mich stolz machen, Teil der Jungfreisinnigen zu sein. Je grösser das Engagement für die Jungfreisinnigen war, desto mehr war ich mir der Verantwortung bewusst, welche das Präsidium mit sich bringt. Und so ist es mir ein Anliegen, auf einem Höhepunkt der Parteigeschichte Platz zu machen; Platz für junge Kräfte, welche den Jungfreisinn neu denken und gestalten wollen; neue Kräfte, die mit neuer Energie unser wichtigstes Gut, die Freiheit, verteidigen und neu erkämpfen; und neue Kräfte, die – wie ich es stets versucht habe – gegenüber Minderheiten in der Partei nicht nur Verständnis zeigen, sondern diese aktiv einbinden.

Wir haben gemeinsam viele Erfolge erarbeitet und gefeiert. Es gab aber auch Momente, wo ihr zu Recht nicht stolz auf mich wart. Gerade solche Momente haben mir gezeigt, wie wichtig Aufrichtigkeit und Vertrauen ist, um vom Boden wieder aufzustehen. Ich danke Euch, dass ihr mir auch in solchen Zeiten Euer Vertrauen geschenkt habt.

Auf Ende Jahr werde ich das Präsidium der Jungfreisinnigen Schweiz abgeben – in der Hoffnung, dass sich engagierte, frische und jüngere Mitglieder zur Verfügung stellen, um für die beste Jungpartei Verantwortung zu nehmen. Ich versichere Euch, dass ihr keinen Tag bereuen werdet. Mein bescheidenes Ziel war es vor vier Jahren, dass wir uns nicht nur mittels Referenden gegen freiheitsfeindliche Gesetze wehren können, sondern auch aktiv und konstruktiv die Politik von morgen mitgestalten werden. Mit der Lancierung unserer ersten eidgenössischen Volksinitiative zur Sicherung der AHV in wenigen Tagen steht ein neuer Höhepunkt der Geschichte der Jungfreisinnigen bevor.

Der Dank gilt allen, die mich in den letzten acht Jahren begleitet und unterstützt haben. Ohne Euer Vertrauen, Eure Kritik und Euer Ansporn wäre die Partei – und ich ganz persönlich – nicht da, wo sie heute ist.

Für mich geht ein wichtiges Kapitel in meinem Leben zu Ende. Doch der Jungfreisinn ist keine Frage des Alters, sondern der Lebenseinstellung. So bleibe ich immer einer von Euch und werde mich nach Kräften innerhalb der FDP und im Stadtparlament von Zürich für unsere freiheitlichen Werte einsetzen.

Herzliche Grüsse,
Euer Andri

Medienmitteilung:

Beitrag in der NZZ am Sonntag:


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