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Wieso eine Regulierung von kurzfristigen Untermieten in der Stadt Zürich Unsinn ist

Redetext Gemeinderat zum Geschäft 2018/132

Sehr geehrter Herr Ratspräsident,

liebi Kolleginne und Kollege

Das Gschäft, wo mir hüt Abig dünd berate, het ihre Ursprung innere Motion vom alt Gmeindrat Niklas Scherr usem Jahr 2009, wo gforderet het, dass Zweitwohnige, Business-Apartments und Tourismus dienendi Beherbergigsflächene nöd sölled ad Wohnateilsflächene agrechnet werde.

De Stadtrat het zu Recht die Begründig vode Ablehnig scho im Jahr 2010 druf higwiese, dases ide BZO im Art. 40 Abs. 6 e Regelig git, wonach Zweitwohnige in Kernzone nöd an Wohnanteilsfläche agrechnet derf werde. Die Bestimmig isch au hüt no entsprechend die BZO drin.

Wiiter wür die gfordereti Regelig Bestandesbaute vo Hotel wohlmöglich stark ischränke, denn es chan guet sih, dass gwüssi Hotels nachträglich baurechtswidrig werded und en Umbau vom Hotel nümme chönd bewilliged werde. Grad wenn mer a allfällige Sanierige zwecks bessere Umweltbilanz denkt, isches scho fragwürdig, wie e sottigi Stossrichtig chan unterstützt werde. Es chunt dezue, dass d Rechtssprechig bisher eidütig Hotelnutzige au als Wohnnutzig gseh het. Wieso die Praxis plötzlich söll gänderet werde, isch nöd nahvollziehbar.

De Gmeindrat isch mit dere Sachlag immer nonig zfriede gsi und het en Zuesatzbricht vo knapp 100 tusig Schwiizerfranke verlangt, wo sehr im Detail au id Verhältnis die Stadt Züri igange isch. De Bricht chunt zu verschiedene Schlussfolgerige:

  • Es chan vomene Zweitwohnigsbestand vo 3.8 Prozent usgange werde, wobie neusti Zahle nur 3.3 % Bestand feststellt, was ca. 8400 Wohneinheite entspricht.
  • D Experte chönd kei langfristigi verlässlichi Prognose über d Wiiterentwicklig vo Agebot und Nachfrag mache.
  • Usere gsellschafts- und wirtschaftspolitische Sicht stelled rasch verfüegbari Wohneinheite nöd nur für international usgrichteti Unternehme, sonder au für eusi Uni und d ETH en enorm wichtige Faktor zur Standortattraktivität da. Nöd z vernachlässige seged au d Bedürfnis vo Gsundheit-, Gastronomie- und Hotelberiech. Das säg nöd ich als Freisinnige, sondern de Bricht vo Fahrländer Partner. 
  • Im Stadtkern, insbesondere die Quartier Hoschuele und Lindehof, gits en hoche Ateil a Zweitwohnige. Sämtlichi anderi Quartier hend jedoch en Ateil wo chliner isch wie 20 %.

Es zeigt sich, das mer im Bereich Zweitwohnige keis akuts Problem hend. So het d Mehrheit ide Kommission nöd wie vo Afang ah s Augemerk uf Hotel und Zweitwohnige, sondern neu uf Business Apartments gleit. Doch au da redet de Bricht e klari Sprach: nur 1.2 Prozent (nach neuste Zahle 1.4 Prozent) vom Gsamtwohnigsbestand wird dur Business Apartments usgmacht. En vernichtend chline Teil. Dass die Apartments mit über 90 % usglastet sind, zeigt, dass die au uf e starchi Nachfrag stossed und nöd unnötig Ressource dünd binde. Im Bricht wird au in Zuekunft devo usgange, dass sich Business Apartments um es Nischeprodukt handle wird, zumal d Bewirtschaftig mit meh Ufwand verbunde und so für viele Huseigetümer unattraktiv isch.

Und so chömed mer z’letscht uf temporär vermieteti Wohnige via Plattforme z’spreche. De Bricht nimmt en Fokus uf AirBnb und zeigt klar uf, dass Züri im Verglich mit andere Schwiizer Städt im Durchschnitt, mit internationale Städt klar unterdurchschnittlichs Agebot het. Us f gsamte Agebot a Zimmer für Touriste machet AirBnb knapp en Drittel und Hotel über zwei Drittel us. So gönd d Autore vomene sehr langsame Wachstum vom Agebot in Zuekunft us.

Us rechtliche Sicht wird festghalte, dass einzelni Wohnige baurechtlich nöd anderst ghandhabt werded, jedoch z.B. e Umnutzig vomene ganze Block wege de zuesätzliche Immissione baurechtlich relevant wür werde.

Chömed mer zum Fazit vom Bricht. Ich zitiere: «Historisch betrachtet, kann eine Verdrängung von Wohnraum durch alternative Nutzungen auf gesamtstädtischer Ebene somit nicht bestätigt werden.» Wiiter: «Die Hypothese, einer umfassenden Umwandlung von Wohnflächen in solche für alternative Nutzungen oder eines starken Anstiegs der Neubautätigkeit bei Zweitwohnungen muss jedoch verworfen werden.»

D Minderheit isch letztendlich gspalte gsi, wenns drum gange isch, was in Zuekunft söll gmacht werde. Zum Bispiel isch d Idee vonere Registriegspflicht im Ruum gstande, wo d Transparenz im Wohnigsmarkt wür erhöche. Wo sich d Minderheit aber einig isch, isch gsi, dass mit dem Bricht de Uftrag an Stadtrat erledigt worde isch und es drum folgerichtig isch, wenn de Bricht zur Kenntnis gno und d Motion abgschriebe wird. Allfälligi wiiteri Forderige ghöred nöd id Dispoziffere und sölled, wenn nötig, miteme neue Vorstoss begründet werde.

Ich erlaube mir, nachher no es paar Wort us Sicht vode FDP z’verlüre.

Sicht der FDP:

Wie sie ghört hend, isch en knapp 100 siitige Bricht wo nur für d Stadt Züri erstellt worde isch, zum Schluss cho, dass mir kei Handligsbedarf in Sache Regulierig vo Hotel, Airbnb oder Business Apartments hend. Was da also vode Mehrheit im Gmeindrat betriebe wird, isch eimal meh en Usdruck vo Ideologie und Machtglüst entgegen de Fakte vomene unabhängige Bricht und entgege em eigete Stadtrat.

De Agriff vode SP, Grüene und AL richtet mit ihrem Vorstoss nöd nur uf für sie generell bösi Immobiliefirmene, sondern insbesondere au uf d Stadtbevölkerig selber. Denn 88 %, also fast 9 vo 10 Agebot uf Plattforme wie AirBnb, sind so genannti «home sharer», also Lüt, wo en Teil vo ihrere Wohnig dünd teile und nöd mehreri Agebot schalte dünd. Das sind Mensche, wo verübergehend oder durhaft so en Batze für d Tilgig vode Mietchoste chönd becho. Das sind Mensche, wo i dene Wohnige au dünd wohne. Es isch unverständlich, wieso gnau söttig Wohnige nümme sölled an Wohnateil derfe grechnet werde.

Es isch zwar so, dass vereinzelte Quartier im Verglich zu anderne en erhöhte Ateil a alternative Wohnnutzige ufwiesed – was per se weder guet no schlecht isch. Jedoch isches völlig verfehlt, afange uf Ebeni BZO Vorschrifte z mache, und zwar Vorschrifte innere Art wo d Mehrheit im Rat selber nöd weiss, was das für Uswirkige wird ha. Uf mini Nachfrag hets nämmlich gheisse, mer wüsse nöd, wo gnau ide Stadt die Forderig gnau was zur Folg het.

Es isch nöd nur, dass d Mehrheit vode Kommission – und wohl au im Rat – so es vermeitlichs Problem, wo garned existiert, wot reguliere, sondern sich dadebi au nöd im gringste bewusst isch, was es i wellem Quartier für uswirkige wird ha. Wenn mer es Bispiel vo verantwortigsloser Politik suecht, wür sich das Gschäft guet eigne.

Z’letscht isches au eimal me en Versuch, Sache z regle, wo nöd ide Zueständigkeit vom Gmeindrat falled. Wenn mer die rechtliche Grundlage aluegt wird eim rasch klar, dass vor allem de Kanton zerst müsst Regelige treffe. Wiiter isches grad ide digitale Wirtschaft – wo scho da isch und au wird zueneh – wichtig, dass Regelige einheitlich, transparent und klar für alli sind. Wieso mer da etz en Flicketeppich a bürokratische Forderige ufstellt, ohne es gnaus Ziel vor Auge z’ha, chan nur mit Populismus erchlärt werde.

Internationali Plattforme bütet han, dass mer zum Bispiel mitere Registriegspflicht meh Transparenz im Markt chan becho, zum drus use richtigi, faktebasierti Schlüss z sieh. D Mehrheit ide Kommission wot aber mit dere Forderig es Experiment igah mit ungwüssem Usgang und mit Forderige, wo nöd i andere Städt scho gueti Erfahrige gmacht worde sind. Sie riskiered damit, d Attraktivität vode Stadt Zürich für internationali Firmene, für eusi Hochschuele aber au fürs Gwerb eimal meh z verschlechtere und au die eigeti Stadtbevölkerig vor de Chopf stosse, wo vo dene Agebot gebruch macht. E Regulierig, wo niemertem nützt, aber potenziell vielne duet schade, isch weder im Interesse vode Stadt no vode FDP. Deshalb werded mir de Minderheit folge und die Wisig abschriebe.


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