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Vom Wert der Fachhochschulen & ihrer Absolventinnen und Absolventen

Antrittsrede Andri Silberschmidt

Es gilt das gesprochene Wort.

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Liebe Delegierte, Präsidentinnen, Präsidenten und Verantwortliche auf den Geschäftsstellen, liebe Gäste

Was verdanken wir nicht alles den Fachhochschulen und ihren Vorgängerschulen?! Ich durfte am eigenen Leibe erfahren, welche unglaublichen Leistungen sie  erbringen.

An der Fachhochschule wurde ich erwachsen: Ich kam im Alter von 19 Jahren – wie viele Alumni bereits sehr jung – zur Fachhochschule. Zwar lebte ich da noch Zuhause, doch schon bald fand ich an der ZHAW Freunde und gründete mit diesen eine Wohngemeinschaft. 4 Jahre später standen wir alle mit beiden Füssen im Leben.

An der Fachhochschule wurde ich ernst genommen: Jährlich schliessen 20’000 Menschen in der Schweiz eine Aus- und Weiterbildung an einer Fachhochschule ab. Man könnte meinen, dass die und der Einzelne dabei schnell untergeht. So habe ich mich aber nie gefühlt: Die Dozentinnen und Dozenten holten uns in den Vorlesungen und Übungsstunden dank ihrer Praxisnähe stets direkt ab und stillten unseren individuellen Interessenhunger.

An der Fachhochschule wurde ich gefördert und gefordert: Verschiedene Prüfungen, Modularbeiten und Präsentationen forderten mich regelmässig. Hinzu kommt, dass viele Studentinnen und Studenten neben der eigentlichen Ausbildung einer Arbeit nachgehen und so früh lernen müssen, mit einer Mehrfachbelastung umzugehen.

Und, das sage ich auch als Politiker: Die Fachhochschulen sind Garant für die soziale Mobilität in der Schweiz. Sie bieten Menschen, welche ihre Fähigkeiten praxisnah und ganz konkret erweitern wollen und ganz unabhängig ihrer sozialen Herkunft vielversprechende Perspektiven.

Das Lernen an einer Hochschule beschränkt sich heutzutage nicht auf eine bestimme Altersgruppe. Lasst mich das als jüngster Nationalrat erklären: Ich bin überzeugt, dass die meisten Jobs, welche in 20 Jahren gefragt sein werden, heute noch gar nicht existieren. Lebenslanges Lernen ist also nicht nur ein Schlagwort, sondern eine ernste Sache und einer der grossen Trends der heutigen Zeit, welcher auch die Fachhochschulen beeinflussen und deren Wichtigkeit noch weiter steigern wird.

Mit dieser Ausgangslage ist es mir eine grosse Freude und Ehre zugleich, als zukünftiger Präsident der FH Schweiz vorgeschlagen zu sein. Ich durfte in den letzten Wochen verschiedene Persönlichkeiten der Geschäftsstelle, des Vorstandes und des Beirats kennenlernen und in die FH Schweiz Welt eintauchen. Ich kann euch versichern, dass diese Begegnungen meine Vorfreude noch grösser werden liessen.

Meine Erfahrungen als Parteipräsident haben mich gelernt, dass eine Organisation nur so stark wie ihre Mitglieder ist. Deshalb ist es mir ein grosses Anliegen, dass wir unsere Mitgliederbasis weiter ausbauen und ihnen mit unseren Dienstleistungen und Angeboten einen echten Mehrwert bieten können.

Die starke Stellung der FH Schweiz in der bildungspolitischen Landschaft ist eine optimale Grundlage, unsere Anliegen im Parlament, bei den Hochschulen und ganz generell in der Gesellschaft zu platzieren. Fachhochschulen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des dualen Bildungssystems und der sozialen Mobilität. Blicken wir in die Zukunft, dürfte die Bedeutung wohl noch zunehmen. Folgende Megatrends zeichnen unsere Zeit aus:

  • Die Digitalisierung hat nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Umstände einen enormen Schub erhalten.
  • Die Alterung der Gesellschaft schreitet voran und bringt neue Chancen sowie Herausforderungen mit sich.
  • Die zunehmenden Diskussionen um die psychologische Gesundheit ist zwar erst im angelsächsischen Raum unter dem Stichwort «mental health» angelaufen, kommt aber vermehrt auch in die Schweiz.
  • Das Unternehmertum, Startups und die Wertschöpfung und Innovationskraft für eine ganze Volkswirtschaft gewinnt wieder an Fahrt.

All diese Entwicklungen erfordern Lösungen nahe an der Praxis und am Menschen. Wer, wenn nicht die Fachhochschulen und damit wir als AbsolventenInnen, sind die geeigneten Vermittler dieses Wissens. Die Fachhochschulen haben heute die Möglichkeit, über den Bachelor, Master und verschiedene Weiterbildungsangebote auf diese Bedürfnisse passende Angebote bereitzustellen. Und wir als AbsolventenInnnen bilden die Brücke aus und in die beruflichen und privaten Tätigkeiten. Ich bin zudem der Meinung, dass zukünftig auch Fachhochschulen das letzte Puzzle-Teil einer konsequenten Frage des eigenständigen Profils, das Angebot eines reinen FH-PhDs, anbieten dürfen sollen. Dies wird nicht bereits morgen oder übermorgen der Fall sein, ist aber ein schönes Ziel, welches es engagiert zu verfolgen gilt.

Ich sehe meine Aufgabe als Vermittler zwischen den Alumni, den bildungspolitischen Institutionen, dem Arbeitsmarkt und der Öffentlichkeit, um das Interesse von uns FH-Absolventinnen und -absolventen mit Nachdruck zu akzentuieren.

In diesem Sinne habe ich immer ein offenes Ohr für eure Anliegen und setzte mich gemeinsam mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle für die Absolventinnen und Absolventen und ihre Fachhochschulen ein. Ich freue mich auf baldige physische Begegnungen und auf viele gemeinsame Erlebnisse.

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