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Perspektiven für die #GenerationCOVID schaffen

Im Schatten der Covid-19 Pandemie haben sich die Zukunftsaussichten der jungen Generation massiv verändert: Man spricht von Einsamkeit, Perspektivlosigkeit und Existenzängsten. Die Politik muss im Jahr 2021 alles daransetzen, um dies zu ändern. Die junge Generation hat es verdient, ohne enorme Lasten aufwachsen zu können. Sie soll ihrem Tatendrang freien Lauf lassen können.

Die Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19 Pandemie haben bei der jungen Generation grosse Spuren hinterlassen:

  • Über die Hälfte der SchülerInnen gehen davon aus, während des schulischen Lockdowns an Lernfortschritt eingebüsst zu haben. [1]
  • Die internationale Mobilität der Studierenden von Schweizer Universitäten ist um 50% zurückgegangen. [2]
  • Die Gesamtzahl der Stelleninserate auf dem Jobportal der Universität Zürich ging im Vergleich zum Vorjahr um 13% zurück (Rückgang Praktikumsstellen: 23%), während die Aufrufe für Stelleninserate um 37% zugenommen haben. [3] Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist für junge Menschen besonders schwierig.
  • Die Staatsverschuldung des Bundes wird im Jahr 2020 um gut 20 Mrd. CHF und im Jahr 2021 um gut 6 Mrd. CHF zunehmen. Dies entspricht einem Total von 26 Mrd. CHF. Der Bund schreibt in „normalen“ Jahren 1-2 Mrd. Gewinn. Dies bedeutet, dass es circa 20 Jahre dauern wird, um die Staatsverschuldung von Ende 2019 zu egalisieren.
  • Die psychische Gesundheit der jungen Generation hat massiv gelitten. Laut einer Publikation der Universität Basel vom Dezember 2020 leiden 29% der 14- bis 24-Jährigen an schwerer Depression. Zum Vergleich: Bei den 55- bis 64-Jährigen waren es 13% und bei den Pensionierten 6%. [4]

Diese Fakten sprechen für sich. Wenn die Politik nichts unternimmt, läuft die Schweizer Jugend Gefahr, eine „verlorene Generation“ zu werden. Konkret bedeutet dies: Eine Generation, welche eine grosse Schuldenlast zu tragen, auf dem Arbeitsmarkt aber selber nur geringe Chancen hat. Um dies zu verhindern, muss der Fokus der Politik im Jahr 2021 voll und ganz auf enkeltauglichen politischen Lösungen liegen.

Erstens: Bildung und Arbeitsmarkt stärken. Das duale Bildungssystem muss gestärkt werden. Die Durchlässigkeit des Bildungssystem gehört weiter ausgebaut. Die praxisorientierte Weiterbildung, weit über die jungen Jahre hinaus, muss beispielsweise mittels Ausbau der Steuerabzugsfähigkeit gestärkt werden. Die Politik hat die Hürden für den Arbeitsmarkteinstieg zu beseitigen, wozu die Entlastung von ArbeitgeberInnen (bürokratischer wie auch steuerlicher Natur) wie auch von ArbeitnehmerInnen (Einführung von Individualbesteuerung, Deregulierung des Arbeitsrechts zur Förderung der Selbständigkeit und des mobilen Arbeitens) gehört.

Zweitens: Überfällige Reformen anpacken. Die Schweizer Politik hat bisher notwendige innenpolitische Reformen vor sich hergeschoben. Insbesondere die Schweizer Sozialwerke, die AHV und das BVG (Pensionskassen), weisen strukturelle Defizite respektive ungewollte Umverteilungen zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung auf. Das Parlament muss sich im Jahr 2021 zusammenraufen und endlich seine Hausaufgaben zu erledigen, um die junge Bevölkerung von ungedeckten Finanzierungsversprechen zu befreien. Ein weiterer Befreiungsschlag ist in der Digitalisierung angesagt. Wir müssen die Ambition realisieren, auf dem europäischen Kontinent hinsichtlich der Automatisierung und Digitalisierung spitze zu sein. Nur so bleibt unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig. Die Annahmen des eID-Gesetzes im März 2021 wäre ein erster Schritt in diese Richtung.

Drittens: Bewährtes bewahren. Dank der Schuldenbremse war die Schweiz in der Krise finanzpolitisch handlungsfähig. Schnell sprachen Bund und Kantone Unterstützungsgelder. Damit dies auch in zukünftigen Krisen möglich sein wird, gilt es, am Prinzip der Schuldenbremse festzuhalten und die aufgehäuften Schulden in den kommenden Jahren Schritt für Schritt abzubauen.

Die Zeit der kurzfristigen Politik, deren Horizont höchstens bis zu den nächsten Wahlen besteht, muss ein Ende finden. Es ist an der Zeit für ein neues politisches Handeln, das die Nachhaltigkeit in allen Facetten im Fokus hat. Mit dem Ziel, die Freiheit, Verantwortung und Widerstandsfähigkeit aller Menschen zu stärken.


[1] Huber, et al., 2020

[2] Wanner & Koch, 2020

[3] E-Mail Auskunft der Career Services der UZH

[4] Universität Basel, 2020


zum Gastkommentar im Tages-Anzeiger


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