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Fachhochschulen als Garant der sozialen Mobilität (perspektive)

Es gibt eine Zeit vor Corona und eine Zeit nach Corona. Und ich bin mir ganz sicher, dass nach Corona Aus- und Weiterbildung noch entscheidender für den individuellen Erfolg und den Erfolg unseres Landes sind. Denn es hat schon immer gegolten, dass die-se Fragen auch für den sozialen Frieden ganz entscheidend sind.

Ich bin überzeugt, dass der soziale Frieden insbesondere damit zusammenhängt, dass die soziale Mobilität in der Schweiz gewährleistet ist. Das heisst: Unabhängig davon, wo man aufwächst und was das enge Umfeld (insbesondere die Eltern) macht, hat man in der Schweiz verschiedene Möglichkeiten, um «etwas zu erreichen» und ein erfülltes Leben zu führen.

So rosig ist die Welt natürlich nicht für alle. Einerseits gibt es immer noch Menschen in der Schweiz, die trotz ausgefülltem Arbeitspensum nicht genug Geld haben, um anständig zu leben (Working Poor). Andererseits gibt es Herausforderungen, wie die Digitalisierung, die alle Berufsbilder nachhaltig verändern und damit alle Menschen betreffen.

Beim strukturellen Wandel kommt den Fachhochschulen eine zentrale Rolle zu. Sie ermöglichen unzähligen jungen Menschen mit einer Ausbildung zum Bachelor oder Master den sozialen Aufstieg. Konkret und in Zahlen zeigt sich dies in kürzlich erhobenen Statistiken: Der Verdienst über die ganze Arbeitszeit eines FH-Bachelor-Absolventen im Bereich «Wirtschaft und Dienstleistungen» ist fast 50 Prozent (plus 1,2 Millionen Franken) höher als der eines KV-Absolventen («Handelszeitung», 14.5.2020). Auch sind ein Jahr nach Studienabschluss nur rund 10 Prozent der Absolventinnen und Absolventen unterbeschäftigt. Wenn das kein gutes Zeugnis für unsere Fachhochschulen ist!

Bei einer derart weitreichenden Transformation, die uns bevorsteht, ist es wichtig, alle mitzunehmen: Es reicht nicht, wenn es in der Gesamtbetrachtung mehr Gewinner als Verlierer gibt. Alle sollen zu Gewinnern werden. Die Schul-, Lehrstellen- oder Studienwahl ist längst keine Wahl mehr fürs Leben, sondern ist – und das schätze ich am Schweizer Bildungssystem enorm – der jeweils passende Schritt einer persönlichen Laufbahn. Und wir alle wissen es: Nicht alle Fähigkeiten, die es morgen braucht, sind heute bekannt.

Die gezielte Förderung von individuellen Fähigkeiten und das lebenslange Lernen werden umso wichtiger: Menschen sollen sich unabhängig von ihrem Alter weiterbilden können, um während ihres gesamten Lebens einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen zu können. Und gerade das grosse Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten der Fachhochschulen (Stichwort CAS, MAS …) ist dabei entscheidend. Wirklich falsch wäre es deshalb, wenn man die wegen Corona notwendigen Sparmassnahmen, die es früher oder später braucht, im Bildungsbereich machen würde.

Das ist der Hintergrund, wieso ich mich als künftiger Präsident von FH SCHWEIZ dafür einsetzen will, dass die Prioritäten gerade auch im eidgenössischen Parlament richtig gesetzt werden.