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Ein Rückzugsort für alle Parteien (Kurz gesagt, Tagblatt der Stadt Zürich)

Erlauben Sie mir kurz einen Blick zurück: Seit der Wahl in den Nationalrat am 20. Oktober 2019 hat sich viel verändert. Obwohl ich schon im Gemeinderat der Stadt Zürich war, habe ich ehrlich gesagt nicht gewusst, was auf mich zukommen wird. Drei Erfahrungen aus den ersten Monaten als neu gewähltes Mitglied des Nationalrates sind mir besonders geblieben:

Erstens: Die Kommissionsarbeit ist – wenn man anderthalb Tage Sitzungen hat – sehr viel intensiver und man arbeitet konzentrierter an einem Thema, als wenn man sich alle zwei Wochen nur für zwei bis drei Stunden trifft, wie dies im Gemeinderat der Fall ist. Das heisst nicht zwingend, dass bessere Ergebnisse resultieren und ist auch ohne Wertung zu verstehen. Es ist einfach eine andere Art der parlamentarischen Arbeit.

Zweitens: Es ist tatsächlich möglich, über Parteigrenzen hinweg Unterstützung für ein Anliegen zu finden. Dies ist bei den neuen Fraktionsstärken im Nationalrat auch umso wichtiger. So haben Vertreter aus vier verschie­denen Fraktionen meinen ersten Vorstoss mitunterzeichnet. Darin fordere ich die Einführung einer neuen Zulassungsregelung für qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten für Branchen mit Fachkräftemangel.

Drittens: Die überparteiliche #PolitWG mit Mike Egger von der SVP und Franziska Ryser von den Grünen bringt viele Vorteile mit sich: Man tauscht sich während der Session unkompliziert aus und hat auch zwischen den Sessionen einen Rückzugsort – beispielsweise wenn Kommissionssitzungen anstehen. Das grosse Medieninteresse hat nicht immer gefallen, doch ein schönes Ende gefunden: Ein Leser der «Schweizer Illustrierte» hat sich bei der #PolitWG gemeldet und uns sein Sofa zur Verfügung gestellt.

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